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Grundlagen 6 Min. Lesezeit · 14 Mai 2026

Crowdlending vs. Crowdfunding – die Terminologie klargestellt

Crowdfunding ist der Oberbegriff; Crowdlending ist eine seiner Sparten. Beide Begriffe werden im Marketing austauschbar verwendet, was neue Anleger genau deshalb verwirrt. Hier kommt die saubere Fassung.

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TopLending-Redaktion
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Die Begriffe Crowdfunding und Crowdlending werden im Marketing, in der Berichterstattung und auf den Plattformen selbst austauschbar verwendet. Sie sind nicht dasselbe. Der Unterschied ist wichtig, weil jeder Begriff ein anderes Finanzprodukt, ein anderes Renditeprofil und einen anderen Regulator impliziert.

Die saubere Definition

Crowdfunding ist der Oberbegriff für jedes Modell, bei dem viele kleine Beiträge aus der Öffentlichkeit ein einzelnes Projekt, Produkt oder Unternehmen finanzieren. Er umfasst Spenden-, Reward-, Equity- und Lending-Crowdfunding.

Crowdlending ist eine bestimmte Sparte davon – die Fremdkapital-Sparte. Anleger leihen Kreditnehmern Geld und erhalten Tilgung plus Zinsen. Weitere Namen für dieselbe Sache: P2P-Lending (wenn die ursprüngliche Peer-to-Peer-Struktur erhalten ist), Marketplace-Lending (die heute häufigere Struktur), Business- oder Konsumentenkreditvergabe je nach Kreditnehmer.

Die Hierarchie

Crowdfunding (Oberbegriff)
↳ Spenden-Crowdfunding
↳ Reward-Crowdfunding
↳ Lending-Crowdfunding = Crowdlending = P2P-Lending
↳ Equity-Crowdfunding

Jede Crowdlending-Plattform ist eine Crowdfunding-Plattform. Nicht jede Crowdfunding-Plattform ist eine Crowdlending-Plattform.

Wo das Marketing die Grenze verwischt

Immobilienplattformen sind die häufigste Quelle der Verwirrung. Die meisten europäischen „Immobilien-Crowdfunding"-Deals sind strukturell Crowdlending – Sie sind Kreditgeber, die Immobilie ist die Sicherheit, Sie erhalten Zinsen. Ein kleinerer Anteil ist echtes Equity-Miteigentum an einer Immobilien-SPV. Die Plattform kann beide auf der Startseite als „Immobilien-Crowdfunding" bezeichnen. Lesen Sie die Dealunterlagen, um zu wissen, was Sie tatsächlich kaufen.

Einige Plattformen verwenden auch „Crowdinvesting" – ein Marketingbegriff, der jegliches Crowdfunding außerhalb von Spenden umfasst. Er ist breiter als Crowdlending und enger als Crowdfunding. Nützlich im lockeren Gespräch, ungenau in der Finanzplanung.

Was Sie in jedem Modell erhalten

  • Spenden-Crowdfunding – nichts Finanzielles. Kein Regulator, kein Anlegerschutz.
  • Reward-Crowdfunding – ein Produkt oder eine Belohnung. Keine Anlage.
  • Crowdlending – Zinszahlungen und Ihr Kapital zurück, vorbehaltlich des Kreditrisikos. Reguliert unter ECSPR oder vergleichbarem Rahmen.
  • Equity-Crowdfunding – Anteile an einem privaten Unternehmen. Reguliert unter ECSPR (bzw. bei größeren Emissionen unter den vollständigen Prospektregeln).

Warum das für Anleger wichtig ist

Das Finanzprodukt bestimmt alles Weitere: welche Renditen realistisch sind, wie die Plattform reguliert ist, wie das Einkommen besteuert wird, welche Rechtsmittel Sie haben, wenn etwas schiefläuft. Eine Spenden-Plattform und eine Crowdlending-Plattform werden beide korrekt „Crowdfunding" genannt – und sind komplett unterschiedliche Produkte. Eine Marketingseite, die sagt „in Crowdfunding investieren", ohne die Struktur zu nennen, verschweigt das, was Sie am meisten wissen müssen.

Was Sie fragen sollten

Drei Fragen klären jeden konkreten Deal:

  1. Was erhalte ich – Zinsen, Anteile, ein Produkt oder nichts?
  2. Falls Zinsen: Gibt es eine Sicherheit, und welchen Rang hat sie?
  3. Wer reguliert die Plattform unter welcher Lizenz?

Die Antworten verraten Ihnen, welcher Crowdfunding-Typ tatsächlich vorliegt, unabhängig vom Begriff, den die Plattform auf der Startseite verwendet. Siehe unseren Leitfaden zu den Arten für die vollständige Taxonomie und den Hauptkatalog für die Plattformen, die wir abdecken.


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